Exklusiv im Kenavo 4.0 – Hintergrundinfos von Herrn von Mümmelstein

Es war im Jahre des IXI, als eine Propagandistin aus Groß-Rhein-Ruhr ein Interview  mit einem Spielmann in Badia führte, bei dem am Rande folgender Satz fiel:

 

“In der Entwicklung des Hintergrunds und der Welt Erebeum war mir wichtig, dass es keine platte Nummer ist, sondern man beim Lesen der Story genau weiß, die Welt ist größer, da passiert noch mehr. Ich bin auch sehr gespannt, ob Leute mal Kurzgeschichten von dieser Welt schreiben, wo die Spielleute vielleicht gar nicht drin vorkommen, sondern ein anderer Teil der Welt beleuchtet wird.
Da bin ich superneugierig und würde mich echt freuen, wenn das eine eigene Dynamik bekommt. Dass man eine Saat sät und die geht irgendwie auf und auf einmal stolpert man über Dinge, die einen selbst wieder freuen und einen in die Welt hineinziehen.” Weiterlesen »

Lyrics, Literatur, Lasterbalk

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Er ist der Eloquenteste unter den Spielleuten von Saltatio Mortis und beweist das nicht nur auf Konzerten mit Anmoderationen, die Kultstatus erreichten, oder mit geistreichen und treffenden Wortbeiträgen auf Facebook und Co.: Lasterbalks Hauptbetätigungsfeld bei Saltatio Mortis ist das Songtexten. Seine Lyrics mit ihrer ganz besonderen Balance zwischen poetischer Metaphorik und konkreter Gesellschaftskritik tragen ganz besonders zum Reiz der Werke von Saltatio Mortis bei – aber das müssen wir euch nicht extra erzählen. Lassen wir lieber Lasterbalk selbst erzählen, wie es ihn ins Texter-Handwerk verschlagen hat.

Der kleine Totentänzer:  Hallo Lasterbalk, wir freuen uns, dass Du Dir die Zeit für  ein Interview mit uns nimmst. Wir möchten mit Dir heute weniger über Musik als über dein Schaffen als Texter reden. Du beschäftigst Dich in deinen Texten oft mit Motiven aus Märchen, Sagen und Mythologie. Was für ein Märchen oder was für eine Geschichte hattest Du als kleiner Lasterbalk am liebsten?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: (lacht) Oh, das ist schwierig. Ich glaube, eine  einzelne Geschichte gibt es in  dem Sinne nicht, ich kann keine einzelne herauspicken. Nachdem ich mich mit Sagen und Märchen beschäftigt habe, habe ich festgestellt, dass die Erinnerungen aus der Kindheit sehr durcheinander und verschwommen sind. Ich glaube, es gibt nicht die Geschichte, sondern eher beeindruckende Erzählungen und Erzähler, je nach Tagesform.
Der kleine Totentänzer: Hattest du denn eher den klassischen Grimm mitbekommen, oder eher die Richtung Andersen und Hauff?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: Ich glaube, das war bunt gemixt: Ich weiß aber, dass ich für die Grimms zumindest ein Faible hatte.
Der kleine Totentänzer: Nun sind die Märchen und Erzählungen, die man als Kind hört, nicht immer schön.  Gab es ein besonders prägendes Monster in deiner Kindheit – das Wesen unterm Bett oder so etwas?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: Ich weiß noch, dass mich der sprechende Pferdeschädel (Falada aus der „Gänsemagd”, Grimm) sehr lange beschäftigt hat. Das ist das Früheste, was mir einfällt. Ich fand das sehr gruselig und sehr spooky.
Der kleine Totentänzer:  Wann hast du selbst angefangen, Geschichten zu erfinden und Texte zu schreiben?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: Geschichten zu erfinden schon ganz früh. Das hängt natürlich damit zusammen, dass ich früh damit angefangen habe, Rollenspiele vorzubereiten und relativ schnell feststellte, dass das ein wundervolles Vehikel ist, eigene Geschichten und Storys unters Volk zu bringen. Ich habe am Spieltisch sehr viele Geschichten verbraten, die mir gerade so durch den Kopf gingen.  Das Aufschreiben kam erst später, im Zuge der Rollenspielbekanntschaften, als wir zu den  kreativ Schaffenden des damaligen Rollenspiel-Zirkus stießen. Wir bekamen tatsächlich die eine oder andere Anfrage, etwas aufzuschreiben. Das haben wir dann auch gemacht und so kam ich dazu, mich mit schriftlichem Ausdruck auseinanderzusetzen. Tatsächlich hatte ich, wie viele heute schreibende Menschen, mit meinem Deutschlehrer den einen oder anderen Disput und musste ihm mehrfach versprechen, niemals „etwas mit Sprache” zu machen. Und dann bin ich ganz klassisch reingerutscht, über Zeitschriftenartikel, in den Wunderwelten, Nautilus – das waren Rollenspiel-Fachmagazine – über einzelne Artikel beim Schwarzen Auge bis hin zu Publikationen bei Shadowrun. Das war alles sehr Rollenspiel-lastig, aber schon damals ist die Recherche mit existierender Sagenwelt und existierenden Mythen erwacht. Natürlich basiert jede Fantasy-Welt ein Stück weit einfach auch auf irdischen Sagen und Legenden.
Der kleine Totentänzer:  Da warst du aber auch schon etwas älter. Es war also nicht so, dass du schon in der Grundschule angefangen hast, deine ersten Bücher zu basteln?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: Nö, überhaupt nicht. In dem Alter hab ich mich aufs Erzählen von Geschichten beschränkt.
Der kleine Totentänzer:  Weißt du noch, wovon die erste Geschichte handelte, die du niedergeschrieben hast?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: Das ist sehr schwierig, weil in diesem Rollenspiel-Kontext sehr viel Zusammenarbeit mit anderen stattgefunden hat. Dementsprechend ist es schwer zu sagen, das ist „meine” Geschichte. Es war Usus, mit anderen zusammenzuarbeiten und für mich deshalb schwer abgrenzbar.
Der kleine Totentänzer:  Du hast gerade selbst die Shadowrun-Publikationen erwähnt. Gibt es fiktionale Langtexte von dir, die für Leser verfügbar sind?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: Da gibt es eine ganze Menge. Die in Deutschland erschienene „In den Schatten”-Reihe ist maßgeblich von mir mit beeinflusst worden, in unterschiedlichen Büchern unterschiedlich stark. Dann gibt es diverse Das Schwarze Auge –Anthologien und diverse Regelbücher, an denen ich mitgeschrieben habe. Und dann natürlich, zusammen mit Falk, „Die unsichtbaren Herrscher”. Wobei man ehrlicherweise auch sagen muss, dass sowohl bei Shadowrun als auch beim Schwarzen Auge die Editionen mittlerweile weit fortgeschritten sind. Das heißt, zu der Zeit, als ich noch geschrieben habe, war es noch Shadowrun Zwei oder Drei. Mittlerweile ist ganz schön viel passiert.
Der kleine Totentänzer:  Wonach müsste man recherchieren, wenn man in den Reihen nach Material sucht? Hattest Du ein Pseudonym?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: Nö, da stehe ich mit meinem richtigen Namen. Aber, wie gesagt, üblicherweise sind diese Produkte immer gemeinsam mit mehreren Autoren entstanden und es ist in den wenigsten Werken direkt kenntlich gemacht, welcher Text von wem stammt. Letztendlich fürchte ich, dass der recherchierwütige Fan Schwierigkeiten haben wird. Ich glaube, teilweise sind die Publikationen auch gar nicht mehr erhältlich. Und wenn sie erhältlich sind, ist es schwer, herauszufinden welcher Text denn nun genau von mir ist.
Der kleine Totentänzer: Du hast gerade bereits deinen Deutschlahrer erwähnt.  Hattest du im schulischen Deutschunterricht einen absoluten Hass-Text, mit dem du einfach gar nichts anfangen konntest?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche:So ziemlich alle eigentlich. Es gab wenig, effektiv eigentlich nichts, was mich im Deutschunterricht tatsächlich begeistert hat. Der Lehrer ist nicht mit mir und ich nicht mit ihm klargekommen. Ich finde das sehr schade. Da sieht man wieder, wie wichtig gute Pädagogen wären. Ich glaube, man hätte mir unglaublich viel Liebe zu Deutsch beibringen können, aber das lief halt nicht. De facto war ich aber auch ein Querkopf vor dem Herrn: Wenn ich etwas nicht wollte, wollte ich es auch richtig nicht. Was wir in der Schule gelesen haben, habe ich teilweise als Erwachsener noch mal gelesen. Ich weiß, dass ich den „Faust” gehasst habe. Mittlerweile habe ich ihn freiwillig dreimal gelesen, weil ich denke, wow! was für eine Sprache. Ich glaube, das ist einfach zu lange her.
Der kleine Totentänzer:  Bei den ersten Alben hatten auch andere Kollegen noch Texte beigesteuert, mittlerweile machst du das fast ausschließlich alleine. In welcher SaMo-Schaffensphase hat sich herauskristallisiert, dass du der Haupttexter wirst?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: Ich würde behaupten, dass sich das schon beim „Zweiten Gesicht” abgezeichnet hat. Letztendlich war ich der Einzige in der Band, der von vornherein gesagt hat, da habe er Lust drauf. Ich hatte vorher schon Liedtexte gemacht – Lagerfeuer-Balladen und so was – und hatte daran Spaß. Das war tatsächlich etwas, was mich an einem Lied immer interessiert hat: Wenn der Text gut war. Bei den anderen war es dann doch eher ein verstärkter Fokus auf der Musik. Dass in den Frühwerken andere Texter mitgetextet haben, lag in erster Linie an dem Schaffensprozess. Nicht jeder Komponist ist bereit, mit einem fremden Text zu arbeiten, so wie das Team um mich herum es im Moment ist. Die alten Mitschreiber an den Platten hatten eigene Vorstellungen davon, wie Text und Musik miteinander harmonieren müssen und für sich postuliert, dass das nur gelingt, wenn sie auch selbst texten. Aber Texthandwerk etwas ist, was man lernen und womit man sich beschäftigen muss, nichts was nebenher funktioniert. Wenn ein Melodiebogen an sich sehr hübsch, einem aber wichtiger als der Text ist, der darüber  gesungen wird, gibt das, wie ich finde, unterm Strich kein gutes Lied.  Ich glaube, das war ein Problem der ersten zwei Platten, als wir für uns den Weg noch nicht gefunden hatten. Spätestens mit der „Aus der Asche” war dann klar, dass ich es machen würde, weil letztendlich Mik und Alea, die damals zusammen Songwriting gemacht haben, beide von sich aus gesagt haben, sie seien sind froh, wenn ich Texte dafür liefere. Auf „Des Königs Henker” war es schon so, dass viel von mir kam oder von mir mit bearbeitet wurde. Es ist gewachsen.
Der kleine Totentänzer:  Was ist denn in der Regel zuerst da – Text oder Melodie?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: Bei uns ist das meistens der Text, wobei es mittlerweile jedoch wieder ganz schön viele Ausnahmen von dem Procedere gibt. Es gibt drei Ansätze: Der Text ist zuerst da und einer der Komponisten fühlt sich berufen, den umzusetzen – dann existiert irgendwann ein Demo davon, auf dessen Grundlage man  beginnen kann zu arbeiten. Dabei können sich sowohl Komposition als auch Text nochmal verändern. Dann gibt es auch, wenngleich seltener, den Weg dass eine Komposition kommt und mich anspringt und ich sage, oh, dazu hab ich was im Ohr. Das ist aber meistens eine Zeile oder eine einzelne Phrase, man kann es nicht erzwingen. Es gibt tatsächlich noch Dinge auf der Festplatte, von denen ich denke, das ist ein guter Chorus! oder das ist eine schöne erste Strophe!, Dinge, bei denen mir dann aber einfach der Weg noch nicht eingefallen ist, wie man sauber zu Ende führen könnte. Und der dritte Weg ist, dass es mehr oder weniger gleichzeitig passiert. Das ist aber auch eher ein seltenerer Fall. Wenn zum Beispiel nur eine Strophe oder Refrain fertig ist und parallel komponiert wird. Das passiert bei unsren Songwriting-Camps ab und zu, ist aber auch eher die Ausnahme. In der Regel gehen wir vom Text aus.
Der kleine Totentänzer:  Wie entsteht so ein typischer Songtext – nicht vom Handwerklichen, sondern vom Thematischen her? Trägst Du Themen längere Zeit mit dir herum und lässt sie wachsen oder bist du spontan inspiriert – schaust zum Beispiel in die Zeitung, siehst ein Thema und setzt einen frischen Eindruck um?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: Beides. Es ist so: Inspirationen kommen beim Autofahren, beim Zeitung lesen, beim durch-die-Stadt-Laufen, bei einem Gespräch – wie auch immer. Ich bin mit allem, was ich tue, sehr mobil und habe mir ein Textsystem zugelegt, mit dem ich von all meinen mobilen Endgeräten aus jederzeit texten kann. Von daher passiert es gelegentlich, dass Gespräche unterbreche, um Notizen zu machen. Die sind aber in der Regel sehr fragmentarisch, ein Satz, eine Formulierung oder was auch immer mich gerade angesprungen hat. Manchmal kommt auch schon ein Mini-Schema, das ich skizziere, manchmal aber auch nur ein Gedanke, bei dem ich mir sage, hier musst du recherchieren, da und da kommt der Schluss. Alles stichwortmäßig. Mittlerweile gibt es eine Riesen-Sammlung, und wenn ich nicht so chaotisch wäre, verbergen sich da noch ganz viele Schätzchen, die ich im Moment gar nicht mehr auf dem Schirm habe. Es sind sehr viele Einzeldokumente, die Ideen und Inspirationen beinhalten. Witzig ist, dass manche davon mehrfach vorkommen. Ich habe gerade gestern einen Text fertig gemacht und dann beim Stöbern in der Datenbank festgestellt, ha! genau das Ding hattest du vor zwei oder drei Jahren schon mal am Wickel. Ich hab es mir durchgelesen und der Text, den ich gestern mehr oder weniger fast spontan geschrieben habe, sagt genau das aus was die Notiz vorweg genommen hat, sogar fast im gleichen Wortlaut. Das ist ja spannend!, dachte ich. Und dann gibt es Texte, die man sich erarbeitet. Gerade bei den Märchen gibt es durchaus die eine oder andere Geschichte, die ich mir noch vorstellen könnte. Das ist Handarbeit: Ich würde damit beginnen, das Märchen noch einmal zu lesen, wirken zu lassen – und dann  geht es darum , sich hinzusetzen, zu skizzieren, was eigentlich  der Kern der Geschichte ist, wie ich die Handlung verständlich auf maximal vier Strophen verteilt bekomme und so weiter – das ist also richtig klassisches Handwerk.
Der kleine Totentänzer:  Werden gelegentlich auch von Dritten Themenvorschläge an dich herangetragen, von Kollegen, Plattenfirma oder sonst wem, der sagt, Lasterbalk, mach mal einen Text über dieses und jenes?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: Klar, das passiert. Speziell Falk, der ganz prima damit umgeht,  ist da sehr lobend hervorzuheben. Der sagt mir, he! ich hab da was, oder drückt mir ein Buch in die Hand. Er sagt: Das hat mich total interessiert und fasziniert. Schau dir dies an oder lies das, guck dir das Interview an –lässt mir aber meinen Schluss dazu offen. Jedes Mal, wenn das passierte, kam er hinterher zu mir und sagt mir: So wie du es jetzt gemacht hast, hätte ich den Text nie angepackt. Ich verstehe das als schönes Kompliment. Es ist auch ganz wichtig dass mir nicht im Prinzip schon eine Blaupause im Sinne von „Bitte denk A, B, C und folgere daraus D”  vorgelegt wird. Das funktioniert nicht, das bin nicht ich und da habe ich auch keinen Bock drauf. Da fängt es dann auch an, schwierig zu  werden. Andere in der Band tragen auch Themen zu mir, aber im Prinzip wollen sie den Text selber schreiben. Wenn jemand mir sagt, ich möchte was zum Thema Sterbehilfe, dann kann er das tun. Wenn mir jemand sagt, verurteile Sterbehilfe in deinem Text, dann würde ich sagen, nein, mach ich nicht. Das kann ich nicht, das ist nicht meines. So kann man das vielleicht zusammenfassen. Und die Plattenfirma… das ist ein Thema für sich.
Der kleine Totentänzer:  Bei einigen Songtexten hast du mit anderen Bandmitgliedern zusammengearbeitet, z.B. mit Falk bei „Eulenspiegel”. Ist Teamwork beim Texten für Dich schwieriger?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: Das kommt massiv auf den Partner an. Beim „Eulenspiegel” war es so, dass der eigentliche Song ein ganz anderer war, auch vom Thema her. Ohne dabei zu viel zu verraten – Falk hatte einen eigenen Text gemacht, der aber handwerkliche Schwächen hatte, was er auch wusste. Deswegen ist er damit zu mir gekommen. Ich hab ihn mir durchgelesen, gefragt, wie ehrlich das Feedback sein soll und mir dann ein paar Sachen herausgepickt, bei denen ich sagte, „das kannst du so nicht machen. Aber es sind sehr schöne Bilder drin, und die Idee, den Eulenspiegel aufzugreifen, finde ich grandios! Hättest du was dagegen, wenn ich diesen Text auseinander reiße und förmlich vergewaltige und einen anderen daraus mache?” Er hatte nichts dagegen. Das ist es auch, was ihn so unschätzbar wertvoll macht: Dass er entspannt mit solchen Dingen umgehen kann. Ich hab mich dann eingeschlossen, den „Eulenspiegel” noch einmal gelesen und dann in einem Tagesdurchmarsch den Song getextet. Aber es ist Falks Intention vom Urtext nicht mehr drin. Ich habe mich beim Texten völlig auf ganz was anderes konzentriert. Insofern sind schon mehrere seiner Bilder und Sprachstrukturen noch erhalten geblieben, aber das ganze Gerüst des Textes hat sich verändert. Das muss man dann auch akzeptieren können, so hat das prima funktioniert. Das gemeinsam Texten geht auch mit Alea gut. Bei „Koma” hatten wir das gemacht, da waren ihm das Thema und einige Aussagen sehr wichtig, die ich teilen konnte und bei denen ich der Meinung bin, dass die sowohl textlich als auch von der Überzeugung her gut waren. Auch da ging es im Prinzip in erster Linie ein bisschen um Struktur, in zweiter Linie um ein bisschen aufräumen, ein bisschen Sprachfluss. Es ist gar nicht so leicht, sich an der Musik entlangzuhangeln und wenn man eine Strophe oder einen Refrain fertig hat, nochmal zwei metrisch identische Strophen zu texten. An der Stelle geht das Handwerk los. Und da sind meine Kollegen Gott sei Dank so entspannt, dass sie sagen, mach du das, du bist der Schnellere, dir geht das leichter von der Hand. Auf diese Art und Weise funktioniert die Zusammenarbeit. Aber wenn das Korsett zu eng ist, wenn ich keine Möglichkeit habe, in eine Gedankenwelt einzugreifen oder einen anderen Schwerpunkt zu setzen, weil mir das in dem Moment wichtig wäre, dann fällt mir das eher schwer. Dann mach ich lieber selber einen Text oder sag, du, mach das alleine fertig, oder ich editier nur.
Der kleine Totentänzer: Gibt es Themen, über die du nie einen Songtext schreiben würdest, so richtige No-Go Themen, die in SaMo-Musik einfach nichts zu suchen haben?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: Ich glaube, dass ich niemals nie sagen würde. Ich hab in meinem Leben schon oft gedacht, das klappt nie oder das wird nie passieren und es ist doch passiert. Nein, ich denke, da möchte ich nichts ausschließen. Generell ist es ganz sicher so, dass ich keine Texte für unsere lieben Nazis texten werde, die sie auf Parteiveranstaltungen singen dürfen. Sowas kann ich mit hundertprozentiger Sicherheit ausschließen. Aber ansonsten… nö.
Der kleine Totentänzer: Viele Deiner Texte weisen einen offensichtlichen psychologischen Background auf. Kommt da gelegentlich der Psychologiestudent in dir durch oder kommt dir das alles ganz unbewusst?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: Na ja, Psychologiestudent bin ich schon lange nicht mehr. (lacht). Und auch mein Verhältnis zur Psychologie hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich verändert. Letztendlich glaube ich, dass Psychologie von jedem, der es nicht studiert hat, ganz anders wahrgenommen und bewertet wird  als von allen, die es auch mit einem offenen Kopf studiert haben. Ich glaube, es gibt einen ganz großen Unterschied zwischen jemandem, der Psychologie mit Liebe und Leidenschaft studiert hat, aber einen ganz anderen Beruf ausübt, so wie ich, oder jemandem, der freiwillig oder gezwungenermaßen im psychologischen Kontext arbeiten muss. Letztendlich gibt es die Sicht auf die Psychologie nicht. Es gibt die wissenschaftliche Psychologie, die man an der Uni lernt, und dann gibt es eine ganze Menge Dinge, über die man nachdenken kann. Ich glaube, in dem Moment, in dem das dein tägliches Handwerkszeug ist, kannst du nicht so distanziert über Psychologie nachdenken wie ich es die letzten zehn Jahre tat. Ich glaube nicht, dass ein Psychologe durchkommt. Ich glaube eher, dass jeder, der sich mit Menschen, Verhaltensweisen oder Gruppen oder generell mit der Welt und ihrer Funktion beschäftigt, nachdenkt und analysiert und seinen eigenen Kopf hat, zu solchen Texten kommt. Der könnte dann allerdings auch Maschinenbau studiert haben.
Der kleine Totentänzer:  Wenn ihr mit historischen Texten arbeitet, achtest du bei der Auswahl auf eine gewisse Kompatibilität mit dem, was du geschrieben hättest. Oder, anders gefragt: wenn man jetzt einen Text wie die „Galgenballade”  liest: Hätte ein mittelalterlicher Lasterbalk ähnlich formuliert?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: (lacht) Ich hoffe doch! Es ist schwierig… klar, ein historischer Text muss mir schon gefallen, sonst würde ich das nicht machen. Ein schönes Beispiel ist nach wie vor der „Verführer” von Hermann Hesse auf „Des Königs Henker”. Das ist ein wundervoller Text. Hesse ist generell ein wunderbarer Texter. Natürlich achte ich darauf, und wenn jemand mit einem historischen Text ankommt. Aber ob ich so wie ein Villon (Autor der „Galgenballade”) hätte texten können… tja, das werden wir wohl nie erfahren.
Der kleine Totentänzer:  Es gibt Beispiele von Texten, die von Teilen der Fangemeinde fehlinterpretiert werden. Dabei will ich gar nicht auf „Wachstum” hinaus, sondern z.B. auf den Triebtäter in „Hochzeitstanz”, der als solcher nicht erkannt wird und der Song von manchen als romantische Ballade für Hochzeiten oder Liebespaare gedeutet wird. Frustriert das oder muss man als Texter mit sowas rechnen?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: (lacht) Ich finde das, ehrlich gesagt, sehr witzig. Tatsächlich bekomme ich es sogar relativ häufig mit, dass mir jemand sagt, ja, der „Hochzeitstanz” war bei meiner Hochzeit, und ich dachte mir dann,  wenn das mal kein böses Omen wird! Frustrieren… jein.  Bei Texten, die mir wichtig sind, wie „Wachstum” zum Beispiel, finde ich es einigermaßen frustrierend, wenn der Text nicht verstanden wird. Es gibt auch sehr viele Ecken und Kanten, weswegen mich das frustriert. Das Eine ist sicherlich, dass ich relativ entsetzt bin, wie schmal die Bildung geworden ist. Das ist etwas, was mir jeden Tag im Internet begegnet und leider auch wenn ich unter Menschen bin. Da stellen sich mir die Nackenhaare auf. Ich verlange ja nicht von jedem, dass er studiert oder auch nur jeden Tag die Zeitung liest. Aber so ein bisschen Grundbildung und Grundinteresse für das, was in der Welt in der man nun mal lebt passiert, sollte doch vorhanden sein. Das andere ist dieses Nicht-mehr-hinterfragen. Ich höre drei Zeilen, ich bilde mir mein Urteil und verurteile dann. Das finde ich auch ganz schön hart. Und wenn es dann um eine für mich wichtige Aussage wie „Wachstum über alles” geht, finde ich es frustrierend, dass da Potential verschenkt wird,   dass wir auf einen Abgrund zu rennen und uns lieber als Lemminge sehen als erwachsene Menschen, die etwas dagegen tun können. Ja, das finde ich frustrierend. Dass ich nicht verstanden werde, ach ja… letztendlich kann jeder einen Text interpretieren wie er will. Sobald man einen  Text veröffentlicht, in die Öffentlichkeit gibt, gehört er einem bis zu einem gewissen Grad einfach nicht mehr.  Damit muss man leben. Eine schöne Geschichte in dem Zusammenhang: Als ich „Letzte Worte” fertig hatte, hatte ich es einem sehr guten Freund von mir vorgespielt, der mich anguckte und meinte, das könne er nicht. Ich fragte, was könne er nicht und er sagte, er könne nie so offen sich das Hemd von der Brust reißen und sagen, so sehe ich nackt aus, das bin ich mit all meinen Fehlern und Schwächen  – und das dann auch noch veröffentlichen, so dass es Tausende von Leuten hören. Das fände er sehr mutig. Darüber habe überhaupt noch nie drüber nachgedacht. Es ist Teil meines Wesens Texte zu schreiben oder Bilder zu machen oder überhaupt in irgendeiner Form eine kreative Aussage zu schaffen. Und ich persönlich bin der Meinung, dass es nicht sehr schlau ist, etwas, das man mit Herzblut tut, für die eigenen vier Wände zu machen. Ich finde schon, dass man damit an die Öffentlichkeit sollte. Und wenn man das tut, dann setzt man sich zum einen Kritik aus und zum anderen natürlich auch Unverständnis. Das ist der Deal.
Der kleine Totentänzer:  Würde es dich reizen, mal eine Pause von der Musik zu machen und etwas komplett anderes zu schreiben, zum Beispiel einen Krimi?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: Ja!  Ich hab mich vor zwei Jahren, als ich das „Einmaleins” getextet habe und in der Endphase lag, ganz massiv mit einem Roman beschäftigt. Ich finde die Story und die schreiberische Idee dabei auch immer noch ganz gut und habe angefangen, so was wie ein Exposé zu entwickeln, um auch auf Verlagssuche zu gehen. Da ist mir dann aber die Fotografie dazwischen gekommen, so dass ich das erst mal hintenan gestellt habe. Zumal in meinem Bekanntenkreis doch sehr viele professionelle Autoren, sowohl Roman- als auch Kinderbuchautoren und auch freie Texter und Journalisten sind  – die schreibende Zunft in meinem Freundeskreis ist sehr groß.  Und natürlich bekommt man mit, wie schwierig die Verlagslandschaft geworden ist. Es ist so, dass wir Musiker schon seit der Erfindung der CD, des CD-Brenners, und Napster und Spotify und wie sie alle heißen ganz brutal ums Überleben kämpfen und ich wenig Lust habe, mir einen zweiten Kampf in einer Branche ans Bein zu binden, die im Moment fast noch schlechter dasteht als die Musikbranche. Ich habe in meinem täglichen Tun so viel mit Agenten, mit Plattenfirmen und allem Möglichen zu tun. Das gleiche noch mal als Newcomer für einen Roman, wobei ich genau weiß, das ist eine Ausbeuter-Maschine vor dem Herrn, in die ich mich da hinein begebe? Und ich weiß auch genau, dass ich bestimmt nie mit der Frequenz schreiben kann, wie es zum Beispiel andere Autoren in meinem Bekanntenkreis tun, die auch nur deshalb von ihrer Schreiberei überleben können, weil sie ein irres Arbeitspensum abreißen. Und das will ich nicht. Das ist mir auch relativ schnell klar geworden, als ich mich damit ernster auseinandergesetzt habe. Ich mache das, was ich mache sehr gerne – Schuster bleib bei deinem Leisten – , ich glaube aber, dass es bei Romanschreiben wie bei  Liedtexten ist: Ein Erstling kann schon ziemlich gut werden, aber irgendwann muss man das, was man daraus gelernt hat, im zweiten und dritten und vierten verbauen. Ich kenne mich, ich will gut werden. Das gleiche wie das mit der Fotografie: Ich sehe Bilder, die ich vor einem halben Jahr gemacht habe und würde sie heute anders machen, anders angehen. Und wenn ich bei der Schreiberei diese Tür aufmache, könnte ich mir gut vorstellen, dass ich es einfach nicht handeln kann, und das bedeutet dann entweder Frustration, weil ich meinem eigenen Anspruch nicht genügen kann, oder weil ich andere Dinge vernachlässigen muss, was ich nicht will. Insofern ist das alles im Moment ziemlich auf Eis gelegt.
Der kleine Totentänzer: Aber ihr habt doch gerade selbst einen Verlag gegründet – wäre das nicht mittelfristig, unter dem Aspekt der schwierigen Verlagslandschaftt gesehen, auch eine Plattform für eigene literarische Werke? ?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: Ja, das ist durchaus denkbar. Aber schreiben muss ich sie ja trotzdem. Und das ist genau das Ding – so einen Roman schreibt man nicht so an einem Nachmittag. Und wenn ich mir mein Leben im Moment anschaue, dann habe ich de facto jetzt schon eigentlich keine Muße und keine Zeit mehr für irgendwas. Weil eine neue Platte ansteht und ich so viele Skizzen und Ideen habe und so viele Dinge in die Hand nehmen will, um Texte zu schreiben, dass ich jetzt schon weiß dass die spielfreie Zeit im Januar und Februar weg sein wird und ich texten werde –Songtexte. Wenn ich mich jetzt hinsetzen würde und versuchte, ein Exposé und die ersten Kapitel von einem Buch zu schreiben, dann würde ich spätestens zu Beginn er  Open Air-Saison keine Zeit mehr haben, Songtexte zu schreiben. Und dementsprechend gäbe es dann auch irgendwann keine neue SaMo-Platte. Man muss sich irgendwann entscheiden und sich fragen, was will ich denn. Und das fällt mir im Moment nicht schwer – da will ich lieber Lieder schreiben.
Der kleine Totentänzer: Wo wir gerade über Literatur reden: Was für Bücher haben Dich besonders nachhaltig beeindruckt? Was fällt dir da spontan ein?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: (lacht auf) Diese Bücherliste ist verdammt lang. Ich finde Houellebecq einen großartigen Autor – „Elementarteilchen” wurde verfilmt, den Film finde ich nicht gut, das Buch ist großartig.  Murakami „1Q84″ finde ich, ist ein sehr empfehlenswertes Buch, natürlich T.C. Boyle – „Drop City”  zum Beispiel. Dann Frantzens „Freiheit” , und von den Science Fiction Autoren Lang,  „Das Unsterblichkeitsprinzip” Also ganz viele, und das ist nur das, was gerade aus dem Bauch kam – mein Bücherschrank ist sehr groß und sehr gut sortiert. Ich fürchte, da würde ich ein paar Stunden drauf aufwenden.
Der kleine Totentänzer:  Und was liest du gerade im Augenblick?
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: Moment, das zeige ich dir! (bringt Buch herbei: Daniel Kehlmann, „F” ) Ich kann aber leider noch nicht viel dazu sagen. Der Kehlmann ist ein geiler Autor, er wurde bekannt durch „Die Vermessung der Welt” – auch ein sehr empfehlenswertes Buch – und hat eine Kurzgeschichtensammlung geschrieben. Ich mag Kurzgeschichten eigentlich gar nicht, aber die sind wundervoll miteinander vernetzt. Und beim Rumlaufen in der Buchhandlung  fiel mur das in die Hände, und ich dachte, ja! Der Herr Kehlmann hat ein Neues – und da muss ich mich demnächst dann  mal durchlesen.
Der kleine Totentänzer:  Dann viel Spaß damit! Wir bedanken uns ganz herzlich für das schöne Interview!
ava_balki
Lasterbalk der Lästerliche: Gern geschehen.

Die Lästerlichen

von “Angelika”

 

 Erebeum… irgendwo in der Stadt

 

Die Luft im Lokal war rauchgeschwängert. Zum Schneiden dick, nicht nur aufgrund des Qualms, sondern auch der  vielen fiesen Gerüche, denen Lokale dieser Zeit zu Eigen waren. Stimmengewirr und Musikfetzen aus der Jukebox hingen in der Luft und ließen sich mit den Rauchschwaden treiben. Lautstark wurde an diversen gefüllten Tischen nach Nachschub verlangt. Ein reges Treiben sowohl vor als auch hinter der Theke.

Dieses Lokal war beliebt, aber auch abgeschieden. Es war etwas besonderes, denn hier hatten nur Helferlein Zutritt.

„Barkeeper“, brüllte es von Tisch neun, „Wo bleibt denn verdammt nochmal der Nachschub? Wir sind am verdursten!“

„Öööörps“, kam es bestätigend in Form eines Rülpsers von dem kleinen Maschinengolem neben ihm und es klang blechern nach.

„Na, der ist wohl eher voll!“, lachte der Affe neben ihm und setzte seinen leeren Krug mit Schwung ab. „Im Gegensatz zu meinem Glas!“

„Nach so einem harten Kampf haben wir uns die Erfrischung aber auch wirklich verdient!“, sprach der erste wieder. Ein roter Glühbold, der seinen Blick immer wieder zur Theke schweifen ließ. Es war brechend voll im  Laden, doch nichts desto trotz war er ungeduldig.

Endlich kamen die Getränke. Ein tellerartig flacher Droide schwirrte hoch über allen Köpfen quer durch den Raum und balancierte auf seiner Oberfläche – sich selber als Tablett benutzend – die prall gefüllten Gläser ohne auch nur einen Tropfen zu verschütten. Langsam ließ er sich in der Mitte des Tisches herab und gierig griffen von allen Seiten Hände nach den Krügen voller Bier.

Sechs Helferlein saßen am Tisch neun versammelt und ließen es sich heute Abend gut gehen.

„Vier große Krüge Bier, einmal den Cocktail Sex on the Beach für die Dame und … ein Wasser?“, fiepte der Kellnerdroide sichtlich verwirrt.

Die Dame in der Runde der Männer, eine strahlend smaragdgrüne Dragonette, spielte mit dem Strohhalm und lachte schallend auf. Die Männer schnaubten und schauten zu dem kugelförmigen Globanten, der über seinem Stuhl schwebte und verteidigend piepte.

„Wie der Herr, so das…“ setzte der Maschinengolem an und bekam einen Klaps auf den Hinterkopf von seiner Sitznachbarin.

„Lass ihn, Bibob“, maßregelte ihn die Dragonette namens Flap, „Globi und Bruder Frank sind sich halt sehr ähnlich.“

„Und ich würde, genau wie Lasterbalk kein Wasser anrühren!“, brummte Bibob und massierte sich den wunden Hinterkopf.

„Und das wo er doch auf der Bühne immer genau das Gegenteil behauptet“, kicherte der Glübold Flint heiter.

„Ach komm, als ob Luzi besser wäre!“, lachte Bibob.

Sie stießen reihum an – egal ob mit oder ohne Alkohol. Der Kellnerdroide hatte sich bereits wieder geschäftig weiteren Tischen zugewandt um Bestellungen aufzunehmen.

„Wisst ihr“, sprach Flap und zerstieß mit ihrem Strohhalm ein paar schmelzende Eiswürfel in ihrem Drink, „auch wenn ich es jetzt schon nach ein paar Wochen vermisse, aber irgendwie tut das spielfreie Saisonende auch gut.“

Bibob lachte, „Ohja, mal ein wenig Ruhe vor den Dudelsäcken!“

„Das musste ja kommen“, höhnte Flint. „So ein ständiges Getrommel geht viel eher auf den Schädel!“

„Aber nur, weil du zuviel gesoffen hast!“

„Na hör mal, als ob ihr besser seid. Und damit mein ich nicht nur euch, sondern auch eure menschlichen Begleiter“, tadelte Flap und schaute sie der Reihe nach an. „Okay,  mein El Silbador ist da keine Ausnahme, aber ansonsten sind Globi und ich hier am Tisch doch eindeutig die Ausnahmen.“

„Die schwebende Wasserkugel mit ihrem asiatischen Saitenzupfer“, äffte Herr Nilsson, wie der Affe, der er nun mal war und nahm einen tiefen Schluck.

Globi piepte protestierend und es klang auch schon lachend. Übersetzt hieß das so viel wie „Das sgt der Richtige. Till ist doch ebenfalls so ein Saitenzupfer.“

Gröhlend stießen sie ein weiteres Mal an. Einzig der sechste in der Runde hatte noch kein Wort gesagt. Der hatte nämlich bisher den Mund voll gehabt – oder sollte man besser Schnabel sagen? Denn der Papagei Sokrates, der immer einen weisen, aber auch frechen Spruch auf Lager hatte, hing mit dem Schnabel regelrecht im Krug.

Flint stupste ihn an, „Was sagst du dazu?“

Sokrates tauchte auf, Schaum tropfte vom Schnabel, „Ach was, Dudelsack, Drehleier, egal, so schlimm ist das auch nicht – immerhin habe ich Oropax!“

Lachend breitete sich das Thema über alle Tische aus. So manch ein Helferlein wußte Anekdoten von ihren menschlichen Begleitern zum Besten zu geben und breit zu treten.

„Helferlein von den Spielleuten zu sein, muss hart sein!“, tönte es von einer Ecke.

„Dafür bestreitet ihr aber regelrecht gute Kämpfe und Abenteuer!“, kam es aus einer anderen Ecke.

„Das Bier habt ihr redlich verdient, die nächste Runde geht aufs Haus!“, erschallte es von der Theke aus.

„Och jaaaa“, sagte Bibob gedehnt, „wisst ihr, wir haben ja eigentlich auch extremes Glück gehabt…“

„… Trotz allem verstehen wir uns gut mit unseren Menschen.“, kicherte die Dragonette.

„Ohja, es hätte auch schlimmer kommen können!“, stimmte auch Flip mit ein. Alle schauten sich einstimmig an.

„Mal gut, dass wir sie haben…“ krächzte Sokrates, „Immerhin gibt es da auch noch den französischen Zombietrommler und den Kampfkunstbegeisterten singenden Hüpfflummi.“

Gespanntes, abwartendes Schweigen füllte den Raum. Die versammelten Helferlein warteten auf eine nähere Erläuterung.

„Na, ist doch klar.“, krächzet Sokrates. „Nicht umsonst haben diese beiden keine Helferlein, sondern arkane Kräfte. Das würde doch niemand aushalten.“

Und so füllte sich noch weiter Krug um Krug, Stunde für Stunde und weitere Wortfetzen in der Luft.

Und sie waren sich alle einig. Es war gut ihre Menschen an ihrer Seite zu haben, Wege und Kämpfe gemeinsam zu gehen…

Aber auch Abende wie diese zu haben, ganz unter sich und Ruhe zu haben … und ja schön endlich mal über sie gemeinsam so richtig herziehen zu können.

Nun… Erhebet das Glas und lasst uns gemeinsam darauf trinken!

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El Silbador und der Veganismus

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Es hat ausnahmsweise ein ganz klein wenig *hüstel* länger gedauert, bis wir dieses Interview online gebracht haben. Der Aufhänger ist daher nicht mehr tagesaktuell, nichtsdestoweniger aber sicherlich höchst interessant für alle Totentänzer, die auf Tiere, ihre Gesundheit oder auch beides achten: El Silbador sprach mit uns über das Thema vegane Ernährung. Viel Spaß beim Lesen!

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